Die schnellste Kurve
Rubrik: Top Newsnils berichtet: Autorennfahrerin Vivien Volk ist mit mir über den Hockenheimring gesaust
HOCKENHEIM. Diesmal bin ich auf der anderen Rhein-Seite ans Ufer geklettert und gleich weiter nach Hockenheim gelaufen. Speyers schnellste Autorennfahrerin, Vivien Volk, hat mich nämlich eingeladen, mit ihr ein paar Runden auf der weltberühmten Rennstrecke zu drehen.
Vivien fährt einen Ford Fiesta, der über 200 Stundenkilometer schnell wird. Er ist in Grün, meiner Lieblingsfarbe, lackiert und hat die Nummer 379. Den Satz "Danke für eure Unterstützung", hat Vivien auf die linke hintere Fensterscheibe geklebt. Denn an diesem Tag fährt sie viele Freunde über die Strecke, die ihr seit vielen Jahren ermöglichen, ihr Hobby auszuüben.
Ich warte auf Vivien genau an der Stelle, wo vor wenigen Wochen noch Sebastian Vettel stand. Den kennt ihr vielleicht aus der Formel 1. Der will sogar Weltmeister werden und ist einer der berühmtesten deutschen Fahrer.
Dann bin ich auch schon an der Reihe. Erst muss ich mich in eine schwarze Mütze und einen Helm zwängen. Vivien hält an, und ich darf mich auf den Beifahrersitz neben sie setzen.
Zum Glück bin ich so klein und passe wunderbar in das Auto. Große Männer mit langen Beinen haben viel mehr Schwierigkeiten beim Ein- und Aussteigen. Schon bin ich fest angegurtet. Der Motor heult auf, und los geht´s. Noch sind wir nicht auf der richtigen Strecke, erst noch an der grünen Ampel vorbei. Da steht doch tatsächlich das weiße runde Verkehrsschild mit den schwarzen Streifen, das die Geschwindigkeitsbegrenzung aufhebt. Und das auf einer Rennstrecke, lustig!
Blitzschnell schaltet Vivien vom einen Gang in den nächsthöheren. So schnell bin ich ja noch nie durch eine Kurve gerast! Wir fliegen geradezu an den Tribünen vorbei. Ich weiß gar nicht mehr, wo wir schon waren und wo nicht. Doch wie schnell sind wir eigentlich? Leider hat das Auto keinen Tacho, aber eine Menge Knöpfe und Hebel, die ich nicht kenne.
Und ein Verkehr herrscht auf der Strecke, das glaubt ihr nicht. Ein roter Renner überholt uns rechts, ein Formel-Fahrzeug (da gibt´s nur einen Platz für den Fahrer, und ein Dach haben die auch nicht) links. Jetzt ist ein Orange-Schwarzer schneller als wir. Als er durch die Kurve brettert, sprühen Funken. Porsche, Lamborghini (das ist ein italienisches Auto), Renault (ein französisches), BMW, alle üben an diesem Tag für die nächsten Rennen.
Alles geht furchtbar schnell. Ich sehe zwar, dass Viviens Renner kein Radio und keinen Rücksitz hat, finde aber die Außenspiegel nicht. Viel zu schnell gehen die drei Runden vorbei, und ich steige begeistert aus. Vivien braust schon wieder davon.
Ihre Eltern sind auch dabei. Ein Zuschauer sagt, auf der Strecke hat sich ein grünes Auto gedreht. Das von Vivien? Ihr Papa Reiner schaut sofort nach und kehrt erleichtert zurück: Ein amerikanischer Wagen war´s, eine große Corvette ist ausgerutscht.
Viviens Mama fragt beim nächsten Stopp sicherheitshalber nochmal nach: "Vivien, alles klar bei Dir?", will sie wissen. Vivien reckt den Daumen in die Höhe. Das heißt wohl "okay". Und schon schießt sie wieder los. (mer) ERBACHER
Bilder: STREIT
















