„Ich kann noch mehr erreichen"
Rubrik: Aktuelles, PresseMotorsport: Speyererin Vivien Volk landet im letzten Saisonrennen des VW-Polo-Cups auf dem bereinigten 18. Platz
HOCKENHEIM. Trotz eines leichten Unfalls in der ersten Rennrunde belegte die Speyererin Vivien Volk gestern beim Saisonfinale des ADAC Volkswagen Polo Cup in Hockenheim die 23. Position und schob sich auf den fünften Platz in der Rookie-Wertung nach vorne. „Das war mein Ziel für heute", sagte Volk nach dem Rennen.
Dennoch hat sie sich ihre letzte Dienstfahrt für dieses Jahr im 150 PS starken Kleinwagen etwas anders vorgestellt: „Vor allem im Zeittraining habe ich nicht das umgesetzt, was ich mir vorgenommen habe", meint die 18-Jährige. Mit dem ihr zugeteilten schwarzen Polo war Volk zuerst nicht zufrieden.
Ein Blick in die Auswertung der elektronischen Daten zeigte dann aber, wo die Einsteigerin Zeit verloren hatte: 'Der Lenkeinschlag ist noch zu groß', teilt Volks Vater Reiner mit. Je stärker die Räder quer zur Fahrtrichtung stehen, desto größer ist der Wiederstand und das koste Zeit, informierte Volk. Das Beschleunigen aus der Kurve heraus leide unter quer stehenden Vorderrädern gleichermaßen.
Wertvolle Zehntel lassen sich dazu mit dem Schalten unter Volllast gewinnen. „Das sehen zwar die Leute von Volkswagen nicht so gerne, besonders bei den Neulingen. Der Motor dreht dann kurz höher im roten Bereich. Das machen aber alle, wer schnell sein will muss es eben auch tun", berichtet Volk. Im Vergleich mit den Schnellsten habe sie die Vorgabe „später bremsen" sehr gut umgesetzt: „Meine Bremspunkte waren fast identisch mit denen der Gewinner", meint die Rennfahrerin.
Aber auch Positives konnte Volk ihren Zeiten abgewinnen: „Ich habe mich im Vergleich zum Saisonauftakt um etwa drei Sekunden gesteigert." Ein Lerneffekt ist also zu beobachten. „Leider sind die anderen auch schneller geworden", fügt sie mit einem Lächeln hinzu. Mit ihrer Zeit vom Samstagnachmittag wäre sie beim Saisonbeginn im Hockenheim gar unter die ersten Zehn gekommen.
Kurz nach acht Uhr am Sonntag wurde die grüne Flagge geschwenkt. Vor der Mercedes-Tribüne wurde Volk in einen Unfall verwickelt und verlor ihren rechten Scheinwerfer und einen Teil des Frontspoilers. „Vor mir ist einer nach einem Dreher rückwärts auf die Strecke gerollt, ich konnte nicht mehr ausweichen", erzählt Volk.
Negativ auf die Rundenzeiten wirkte sich diese Blessur nicht aus - die einzige Frau im 25-köpfigen Feld der Meisterschaft hielt gut mit. Am Ende kam sie als 23. über die Ziellinie und kam im von den Gaststartern bereinigten Klassement auf den 18. Rang, was sechs Meisterschaftszähler bedeuteten. „Ich würde gerne noch ein weiteres Jahr im Polo-Cup mitfahren. In meiner ersten Saison habe ich viel gelernt, ich kann aber noch mehr erreichen", betont Volk. Das Einverständnis von VW hat die schnelle Speyererin bereits, nun hat sie bis Ende Februar 2009 Zeit, über Sponsoren die erforderliche Startgebühr zusammenzubekommen.
Vor allem in der Außendarstellung habe sie sich sehr verändert. Als Frau in einer von Männern dominierten Sportart stand sie oft im Mittelpunkt des Interesses. „Die Pressekonferenzen und die vielen Termine, da bin ich viel sicherer geworden", sagt Volk. Im Fahrerlager sei sie von allen sehr gut aufgenommen worden. Ihr schönstes Erlebnis sei der 14. Rang auf dem Lausitzring gewesen, der Totalausfall in Oschersleben der Tiefpunkt.
Für die kommende Runde bereitet sich Volk jetzt schon vor. (fip)
Erschienen ist das am 27. Oktober, Sport am Montag















