Vivien Volk: Einzelansicht

Rennserie

Sponsoren

Volk Fahrzeugtechnik 
04.10.2012

Im Wechselbad der Gefühle

Kategorie: Aktuelles, Presse

Zwei Rennen pro Lauf hat die 22jährige Vivien Volk (Stuttgart) im Rahmen der Hankook "Cup&Tourenwagentrophy" zu bestreiten. Am vergangenen Wochenende galt es, die Rennen elf und zwölf zu absolvieren und Volk schielte schon vor beiden Starts in Richtung Podium. Am Ende reichte es für einen Platz auf dem Podest, und dennoch fuhr die Erzieherin das Rennen ihres Lebens - mit einem ständigen Wechselbad der Gefühle.

Nebel, Kälte, Regen und Wind herrschten in der Eifel und am Nürburgring, als sich Vivien Volk am Freitag zum ersten Training in den Sitz ihres Seat Leon Supercopa zwängt. Kein echtes Rennwetter, schon gar nicht für die Amazone, die nach dem Rennen erklärt: "Ich war bislang keine wirkliche Regenspezialistin und fahre eigentlich lieber im Trocknen. Die Tatsache, dass ich mit dem Seat noch nie im Nassen unterwegs war, vereinfachte die Angelegenheit nicht wirklich und verursachte mir Bauchschmerzen." Trotz aller Widrigkeiten zeigte sich Vivien Volk souverän und schaffte es Runde um Runde an ihrer eigenen Bestzeit zu knabbern. Nach dem ersten Zeittraining machte sich im gesamten Team Euphorie breit: Von insgesamt 60 Startern stand die junge Rennfahrerin auf dem fünften Gesamtplatz mit weniger als drei Sekunden Rückstand auf Platz eins, den ein Porsche 996 Cup inne hatte. In der Klasse rangierte sie sogar auf Rang zwei. Nach dem zweiten Training sahen die Kräfteverhältnisse etwas anders aus, Vivien Volk erklärte: "Nachdem ich merkte, wie leicht sich der Seat auch im Regen im Grenzbereich pilotieren lässt, wie gut die Regenreifen harmonieren und dass wir beim Setup einen großen Schritt in die Richtig Richtung gemacht haben. Ich konnte richtig fliegen lassen, habe dabei aber offenbar das Tempo beim Vorbeifahren einer Unfallstelle nicht deutlich genug gedrosselt. Die Streckensicherung hat meinen Vorfall der Rennleitung gemeldet, mit dem Ergebnis, dass ich meine schnellste Runde gestrichen bekam und ich mir eine ordentliche Standpauke des Rennleiters abholen durfte." Was bedeuteten beide Trainingsergebnisse für die Rennfahrerin? Teamchef und Vater Reiner Volk erklärt: "Im ersten Training wird der Startplatz fürs erste Rennen ausgefahren, im zweiten Training für das zweite Rennen. Damit rückte Vivien im Rennen zwei einige Plätze nach hinten, so dass auch direkte Gegner von dem Missgeschick profitierten. Vivien war nach der Entscheidung geknickt, aber nicht gebrochen."

Scheibe und Tür bereiten Probleme
Im ersten Rennen, ausgetragen am Samstag über eine Dauer von 30 Minuten, konnte sich Vivien auf Anhieb behaupten. Während der ersten Runde und in strömendem Regen schaffte sie es, den fünfte Rang in der Gesamtwertung und Platz zwei in der Klasse gegen schier übermächtige Gegner zu verteidigen, musste aber dennoch überraschend die Box ansteuern. Grund für den frühen, außerplanmäßigen Stopp war eine beschlagene Scheibe. Vivien beschreibt die Situation: "Zum einen hatte unser Gebläse einen Wackelkontakt, so dass es nicht ständig lief. Wenn es dann arbeitete, war die Leistung leider nicht ausreichend, um die Scheibe freizubekommen und freizuhalten. In der Box hat mir die Crew die Scheibe gereinigt und ich bin wieder ins Rennen gegangen. Doch schon nach wenigen Metern stellte sich das Problem erneut ein, ich hatte wieder keine Sicht. Also nochmal an die Box, um die Reinigung wiederholen zu lassen. Nach vier Runden musste ich aufgeben: Im Blindflug um die Rennstrecke - damit hätte ich nicht nur mich, sondern alle anderen Teilnehmer ebenso gefährdet." Kurios: Offenbar haben alle Seat Leon Supercopa unter dem Problem gelitten, denn nach der ersten Runde kam die gesamte Seat Armada in die Box, um die Scheiben gereinigt zu bekommen. Nach der Bestrafung durch die Rennleitung erhielt das Team den zweiten Dämpfer an diesem Wochenende.

Beim zweiten Rennen am Sonntag hatte der Wettergott ein Einsehen und schloss seine Schleusen über dem Nürburgring. Die feuchte Piste mit rasch abtrocknender Ideallinie ließ durchaus auch den Einsatz profilloser Slicks zu, für die sich Vivien Volk am Ende auch entschied. "Zwar hätte ich gerne eine weiche Mischung montieren lassen, aber unser Reifenlieferant konnte uns damit nicht dienen. Also musste ich mit brettharten Slicks, die eigentlich für heiße Sommertemperaturen gemacht sind an den Start gehen", erklärte Vivien nach dem Rennen. Schon in der ersten Runde konnte sie sich an ihren Kontrahenten vorbeischieben und ihren Boliden auf den zweiten Rang vorfahren. Runde um Runde setzte sie sich von den Verfolgern ab und kam sogar dem Führenden immer näher. Plötzlich öffnete sich in einer Kurve die Fahrertür und Vivien schaffte es nur mit viel Mühe, einigen Tricks und nach etlichen langsamen Metern die Tür zu schließen. Die Verfolger konnten indes aufschließen, kamen jedoch nicht an ihr vorbei. Mit dem sprichwörtlichen Messer zwischen den Zähnen kämpfte sie um jeden Meter Eifelboden und konnte sich mit einem knappen Vorsprung ins Ziel retten.

Resümees
Vivien Volk ist mit ihrem Ergebnis trotz einiger Rückschläge zufrieden: "Ich komme mit dem Seat immer besser zurecht, beherrsche ihn jetzt sogar im Regen richtig gut. Auch meine im ersten Rennen aufgetretenen Schwächen habe ich deutlich reduziert, so dass ich mit den anderen Seat-Piloten problemlos Schritt halten kann. Der Fehler im Training geht klar auf meine Kappe, die Strafe war angemessen. Schade, dass wir die Probleme mit der Lüftung und der Tür hatten. Ich bin überzeugt, dass ich am Ende beider Rennen wenigstens in der Klasse ganz oben gestanden hätte. Danke an meine Sponsoren, Unterstützer und an mein Team. Ich freue mich schon jetzt auf das Einladungsrennen in Hockenheim und das letzte Rennen meiner Serie in 14 Tagen."

Teamchef Reiner Volk: "Vivien hat sich erstaunlich gut auf den Seat eingeschossen und ein super Rennen abgeliefert. Selbst die Aufgabe im ersten Lauf war profihaft - es hätte keinen Sinn gemacht, weiterzufahren. Das Sonntagsrennen war wie aus dem Lehrbuch: Direkt nach dem Start auf den zweiten Platz der Klasse vorgefahren und diesen trotz des Türproblems gehalten. Ich bin nicht nur für die kommenden Rennen, sondern auch für die kommende Saison zuversichtlich. Wir werden weiter am Auto arbeiten, um den Wagen im Detail zu verbessern."

Text: Redaktionsbüro Meuren
Foto: Stefan Eckhardt
Stand: Oktober 2012
Fehler und Irrtümer vorbehalten


Archiv:

Rennkalender 2013

05. - 06. April 2013
Hockenheim / D
::::::::::::::::::::::::::::::::::
19. - 20. April 2013
Nürburgring / D
::::::::::::::::::::::::::::::::::
18. - 19. Mai 2013
Slowakiaring / SK
::::::::::::::::::::::::::::::::::
14. - 15. Juni 2013
Hockenheim / D
::::::::::::::::::::::::::::::::::
26. - 27. Juli 2013
Hockenheim / D
::::::::::::::::::::::::::::::::::
23. - 24. August 2013
Red Bull Ring / A
::::::::::::::::::::::::::::::::::
6. - 7. September 2013
Dijon / F
::::::::::::::::::::::::::::::::::
27. - 28. September 2013
Monza / I
::::::::::::::::::::::::::::::::::
11. - 12. Oktober 2013
Hockenheim / D

Seite bookmarken:
bookmark in your browserbookmark at mister wongpublish in twitterbookmark at del.icio.usbookmark at digg.combookmark at furl.netbookmark at linksilo.debookmark at reddit.combookmark at spurl.netbookmark at technorati.combookmark at google.combookmark at yahoo.combookmark at facebook.combookmark at stumbleupon.combookmark at propeller.combookmark at newsvine.combookmark at jumptags.com

copyright by koentra.de & ditnetwork.de 2008