Vivien Volk: Einzelansicht

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10.08.2012

Maßarbeit mit Haken

Kategorie: Top News, Aktuelles

Von: Redaktionsbüro Uwe Meuren

Mit knapp 40 Konkurrenten kämpfte Vivien Volk (Stuttgart) am vergangenen Sonntag im Rahmen der „Hankook Cup&Tourenwagen Trophy“ – kurz Hankook CTT – um Punkte und Pokale. In ihrem ersten Rennen auf dem neuen Auto schlug sich die 22jährige Erzieherin mehr als achtsam.

Hoch „Achim“ tauften deutsche Meteorologen die afrikanische Warmluftfront, die am vergangenen Wochenende ganz Europa fest im Griff hatte. Auch auf der belgischen Rennstrecke in Zolder wurden zum vierten Lauf der Hankook CTT mit den Rennen sieben und acht Rekordwerte gemessen. Mittendrin im Glutofen: die gebürtige Pfälzerin Vivien Volk aus Speyer. Insgesamt zwei Qualifikations- und zwei Wertungsläufe hatte die 22jährige Erzieherin an diesem Wochenende zu bewältigen. Ihre Erwartungen setzte sie bewusst niedrig an, denn immerhin ging sie erstmalig mit ihrem neuen Rennauto, einem Seat Leon Supercopa mit gut 400 PS an den Start. „Wir hatten keine Möglichkeit, Testkilometer im Vorfeld zu sammeln – also habe ich den ersten Qualifikationslauf genutzt, um Erfahrungen zu sammeln und um den Wagen im Detail weiter abzustimmen, zu optimieren“, beschreibt Vivien Volk am Sonntagabend ihren Start ins Rennwochenende. Eine durchaus überlegte und gewinnbringende Entscheidung, denn plötzlich auftretende Bremsprobleme hätten bei einer „echten“ Qualifikation unweigerlich zum Unfall geführt. Trotzdem war sie danach mehr als zufrieden mit sich und dem Auto – Platz 15 in der Gesamtwertung, Platz vier in ihrer Klasse. Das zweite Zeittraining, nahezu unmittelbar nach dem ersten, nutze die junge Rennamazone, um auf Angriff zu fahren. „Das Auto lag im Zeittraining erstklassig, ich merkte, wie ich von Runde zu Runde besser mit dem Wagen zurechtkam, und am Ende konnte ich mich auf dem zehnten Platz in der Gesamtwertung und dem dritten Platz in der Klasse festsetzen“, so Vivien Volk.

Gute Reaktion verhindert Schlimmeres

Nach dem Training blieb dem kleinen Privatteam mit Teamchef und Manager Reiner Volk an der Spitze reichlich Zeit zur Entspannung – schließlich hatte Vivien weder eine Feindberührung noch einen Ausritt fabriziert und damit den Mechanikern einen ruhigen Feierabend beschert. Zum ersten Rennen stiegen die Temperaturen auf nahezu 40°C. Vivien Volk kämpfte im ersten Rennen nicht nur wie ein Löwe mit den Gegnern, sondern auch mit den Temperaturen, die im Wagen nahe der 70°C-Marke kletterten. Der Startaufstellung der Rennen liegt die in der Qualifikation herausgefahrene Position zu Grunde – Viven berichtete: „Im ersten Rennen konnte ich mich binnen der Renndauer von 30 Minuten von Rang 15 auf acht vorarbeiten. In der Klasse lag ich am Ende auf Platz zwei. Das Beste: Im ersten Rennen habe ich die Rookie-Wertung gewonnen. Ich bin vollends von mir und dem Auto überzeugt, weiß aber auch, dass ich weiter an meinem Fahrstil arbeiten muss. Es geht noch schneller!“ Auch ihr Teamchef und Vater Reiner Volk war nach dem ersten Lauf bestens aufgelegt und kommentierte: „Besser ging es nicht. Vivien hat alles richtig gemacht, alles ganz gelassen und sich mit ihrem Ergebnis den nötigen Respekt verschafft. Von Runde zu Runde ist sie schneller geworden und hat dabei nicht nur direkte Gegner abhängen, sondern auch Konkurrenten aus deutlich höheren Leistungsklassen überholen können. Ein toller Einstand nach unserer Zwangspause.“

In Rennen zwei lief es für Vivien Volk zunächst noch besser: „Ich ging von einem besseren Startplatz ins Rennen, konnte meine Position behaupte, ohne im Startgerangel irgendwo anzuecken. Ich merkte selbst schon früh, dass ich ein gutes Rennen abliefern konnte, kam immer besser in Schwung und mit dem Auto zurecht. Drei Runden vor Rennende lief ich auf eine zur Überrundung anstehende Kollegin auf. Mit ihrem Blinker signalisierte sie mir, dass sie zur Seite fährt und mich vorbei lässt. Unmittelbar vor der nächsten Kurve entschied sie sich offenbar anders, legte eine Vollbremsung hin und wechselte die Spur. Um ihr nicht mit Vollgas ins Heck zu krachen, bin ich über die Curbs gefahren. Dabei ist der Reifen von der Felge gesprungen, der Wagen war nicht mehr lenkbar und ich bin mit der linken vorderen Ecke in den Reifenstapel eingeschlagen. Zwar konnte ich in langsamer Fahrt die Box erreichen, da ich aber nur noch drei Runden zu fahren hatte, entschlossen wir uns, das Rennen abzubrechen.“

Trotz des Ausfalls ist Vivien Volk mit dem Ergebnis zufrieden: „Ich hatte kaum Zeit, mich auf das neue Auto einzustellen. Mit fast 400PS geht hier alles schneller als bei meinem alten Auto. Ich muss mich noch mehr auf die hohen Geschwindigkeiten einstellen, lernen, später und härter zu Bremsen. Hier kann ich sicher noch viel Zeit gut machen. Der Seat ist ein echtes Rennauto und dennoch einfach zu fahren. Ich freue mich schon jetzt auf das nächste Rennen.“

Reiner Volks Resümee zum Rennwochenende: „Aus Sicherheitsgründen - wir wussten nicht, ob nach dem Ausrutscher im zweiten Rennen etwas am Fahrwerk beschädigt war - haben wir vorzeitig eingepackt. Vivien muss nun weitere Erfahrungen sammeln, noch mehr Vertrauen ins Auto fassen und sich an den höheren Speed gewöhnen. Wir sind bewusst mit der härteren Reifenmischung gefahren: Zum einen haben sie den hohen Temperaturen besser getrotzt, zum anderen muss sich Vivien auch erst an die neuen Reifen gewöhnen. Ich bin voll zufrieden – mehr war im Grunde genommen nicht möglich. Der Ausrutscher ist unter normalem Rennunfall zu verbuchen, ich gehe davon aus, dass tatsächlich nur ein paar Karosserieteile beschädigt sind und keine verborgenen Defekte auf uns warten. Vorm nächsten Rennen im holländischen Assen werden wir ein nochmal eine Trainingseinheit einlegen, um weiter an Auto und Fahrstil zu arbeiten. Wir sind auf dem besten Wege, in der kommenden Saison ganz vorne zu stehen.“

Text: Redaktionsbüro Uwe Meuren
Stand August 2012
Irrtümer und Änderungen vorbehalten
Belegexemplar erbeten Abdruck bei Angabe der Quelle honorarfrei


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